Rezension: Days of Blood and Starlight - Zwischen den Welten 2 von Laini Taylor

Titel: Days of Blood and Starlight - Zwischen den Welten 2
Originaltitel: Days of Blood and Starlight
Autorin: Laini Taylor
Seitenanzahl: 624
Verlag: Fischer FJB
Reihe: Zwischen den Welten-Reihe
Reiheninfo:
1. Daughter of Smoke and Bone
(1.5 Night of Cake and Puppets)
2. Days of Blood and Starlight
3. Dreams of Gods and Monsters







Wo würdest du dich verstecken, wenn die ganze Welt nach dir sucht?
Was würdest Du tun, wenn deine große Liebe plötzlich deine Familie auf dem Gewissen hat?
Wie würdest du entscheiden, wem du trauen kannst, und wem nicht?
Der Traum vom Frieden, den Karou und Akiva einst teilten, ist vorbei. Wenn aus Liebe Hass wird, kann uns nur noch die Hoffnung retten… 
Karous Welt ist zusammengebrochen: Ihre große Liebe, der Seraph Akiva, ist für den Tod ihrer Familie verantwortlich. Jetzt hat sie nur noch ein Ziel: den jahrtausendealten Krieg zwischen den Chimären, zu denen sie selbst gehört, und den Seraphim zu beenden. Gemeinsam mit ihrem einstigen Feind Thiago -dem Weißen Wolf- zieht Karou sich in die Wüste Marokkos zurück, um dort eine neue Armee zu bilden. Eine Armee aus Monstern. Und wenn es nach Karou geht, wird zumindest die letzte Vertraute, die ihr geblieben ist, ihre beste Freundin Zuzana, aus alledem herausgehalten werden. Wer Zuzana kennt weiß allerdings, dass sie sich nicht gerne bremsen lässt…
Akiva dagegen will sich unbedingt von seiner Schuld befreien. Er hatte nur im Irrtum gehandelt, dachte Karou wäre tot, und wollte sie rächen. Um seine Tat zu sühnen, plant er deshalb einen gefährlichen Verrat an seinen eigenen Leuten. 
Aber wird Akivas Plan aufgehen? Und kann Karou ihre Trauer überwinden, und Akiva jemals verzeihen? 
Quelle: Amazon


Stille legte sich über das Land. Auch darin lag eine Botschaft, geschrieben mit dem Blut des Massakers -dieselben Worte, die in den nächsten Tagen auf unzähligen Schlachtfeldern auftauchen würden:Wir sind auferstanden. Jetzt seid ihr an der Reihe zu sterben.(S. 93)





Kaum hat Akiva seine geliebte Madrigal - oder Karou wie sie in diesem Leben heißt - wiedergefunden, wird sie ihm auch schon wieder entrissen. Doch dies ist seine eigene Schuld, diesmal kann er niemanden dafür Verantworten, denn er hat das größte Geheimnis der Chimären verraten. Den Grund, warum die Bestien nie weniger zu werden schienen und den Seraphim so lange standhalten konnten - durch Wiedererweckung, durch Magie. Und damit hat er den Tod einer ganzen Rasse auf dem Gewissen, das Ende der Chimären. Auch Karous kleine Chimärenfamilie bleibt nicht verschont und so ist sie am Boden zerstört und glaubt nicht, Akiva seinen Verrat jemals verzeihen zu können. Zusammen mit Razgut, dem gefallenen Engel, macht sie sich auf den Weg nach Eretz, um sich selbst von der Zerstörung zu überzeugen, denn sie hat noch Hoffnung. Dort angekommen erwartet sie eine Aufgabe mit einer großen Verantwortung, die nun auf ihren Schultern ruht...
Die Geschichte geht genauso spannend und rasant weiter, wie sie auch im ersten Teil geendet hat. Laini Taylor, weiß wirklich, wie man mit Wörtern umgeht und somit ist es mir leicht gefallen, ganz in die Geschichte einzutauchen und mich von ihr in ihren Bann ziehen zu lassen. Die Autorin hat einen grandiosen Schreibstil und kann ihre Ideen so gut verpacken, dass man sich wie ein Teil dieser fremden Welt fühlt. Karou kommt mir nicht nur wie irgendeine Protagonistin vor, sondern manchmal habe ich das Gefühl, sie wirklich zu kennen und erwarte schon fast, dass sie beim Lesen durch meine Tür in mein Zimmer kommt. Die Magie, die auch einen Teil der Geschichte ausmacht, wird durch ihren Schreibstil auch nach außen an den Leser transportiert und bringt ihn dazu, komplett in die Geschichte einzutauchen, um Teil dieser Magie zu sein.

Selbst die Perspektivenwechsel werden geschickt eingebaut, auch wenn sie mir einen Ticken zu oft vorkamen. Neben Stellen, die aus der Sicht von Karou oder Akiva erzählt werden, wie noch im Teil davor, gibt es nun auch Textstellen aus der Sicht von Ziri - eine Person, die Karou noch aus ihrer Zeit als Madrigal kennt - Mik, Zusanna und auch von unbekannten Chimären und Seraphim, durch die man die allgemeine Verzweiflung und die Abneigung gegen den Krieg zu spüren bekommen soll. Doch auch wenn der Krieg scheinbar vorbei ist, hört das Blutvergießen und die Zerstörung nicht auf. All das wird durch diese Perspektivenwechsel deutlich. Die Geschichte ist sehr düster und fast schon trostlos und hat einen großen Teil ihrer Leichtigkeit, die sie noch im ersten Teil hatte, verloren. Aber das ist auch passend, denn immerhin geht es um einen Krieg.
Doch zum Glück gibt es noch Mik und Zusanna. Sie bringen Witz und Fröhlichkeit in die Geschichte, so dass es nicht zu düster wird. Mik und Zusanna sind so liebenswürdige Personen und beide konnten mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ohne die Beiden würde einfach etwas fehlen.
Karou hat eine sehr große Veränderung durchgemacht. Sie ist härter und abgebrühter geworden und kann nur noch schwer vertrauen. Das ist auch verständlich, nach allem, was sie durchgemacht hat. Doch sie hat immer noch einen Funken Hoffnung in sich. Und trotz dieser Veränderung kann man einfach nicht anders, als sie zu lieben. Sie hat eine so große Persönlichkeit und eine tolle Ausstrahlung und obwohl sie sich nach außen hart und verschlossen gibt, ist sie im Inneren immer noch die alte, lustige und verletzliche Karou.
Akiva tat mir unheimlich leid. Er versucht immer alles richtig zu machen, doch nie gelinkt es ihm und dabei verletzt er die Leute um sich herum, obwohl er doch eigentlich nur helfen wollte. Akiva muss in diesem Buch viel aushalten und über sich ergehen lassen und doch bewahrt er die Hoffnung in seinem Herzen und gibt nicht auf, denn er hat wieder einen Grund zum Kämpfen: Karou. Ich hoffe, dass es für ihn im nächsten Band besser läuft, denn er ist mir richtig ans Herz gewachsen.
Und auch die anderen Charaktere gefallen mir gut, ganz egal, ob es sich auch um den noch so unbedeutendsten Nebencharakter handelt. Denn Laini Taylor schafft es, dass sie alle lebendig wirken und der Geschichte so Leben einhauchen.

Das Cover ist mal wieder wunderschön. Sowohl das englische, sowie auch das deutsche Cover gefällt mir gut. Sie passen zur Geschichte und ich hoffe, dass mich auch das Cover von Dreams of Gods and Monster wieder begeistern kann.

,,Tote Seelen träumen nur vom Tod", grollte der Wiedererwecker. ,,Kleine Träume für kleine Seelen. Doch es ist das Leben, das Welten erfüllt. Entweder das Leben ist dein Meister, oder es ist der Tod. Sieh dich doch an. Du bist Herrscher über Asche, Herrscher über Verwesung. Du bist beschmutzt von deinem Sieg. Genieße ihn, solange du noch kannst, denn einen anderen wirst du nie kennenlernen. Du bist Herrscher über ein Land von Geistern, und das ist alles, was du jemals sein wirst.'' (S. 102)


Ich bin mal wieder absolut begeistert von der Autorin. Wie man aus meiner Rezension entnehmen kann, hat mir alles sehr gefallen, einzig die Perspektivenwechsel waren ein wenig zu häufig, doch das ist dann irgendwie auch wieder nötig, um die allgemeine Verzweiflung der Bevölkerung deutlich zu machen. Days of Blood and Starlight ist wesentlich düsterer und trostloser, dafür aber auch emotionaler, als sein Vorgänger Daughter of Smoke and Bone, in dem es noch ein bisschen fröhlicher und leichtfüßiger vor sich ging. Doch in Sachen Spannung und Nervenkitzel steht es ihm in nichts nach. Ich liebe es! ♥
Von mir gibt es 5 von 5 Traumtänzerinnen:






,,Du musst nur damit anfangen, Lir. Erbarmen erzeugt Erbarmen, genau wie Vergeltung abermals Vergeltung erzeugt. Wir können nicht erwarten, dass die Welt besser ist, als wir sie machen.'' (S. 251)
Laini Taylor lebt mit Ehemann und Tochter in Portland, Oregon, wo die Familie in einem Haus voller Bücher, Marionetten und Roboter wohnt. Die Autorin arbeitet zudem auch als Illustratorin und gestaltet neben dem Schreiben ihre eigene erfolgreiche Papeterie-Produktlinie 'Laini’s Ladies'. Den Umschlag zu 'Die Elfen von Dreamdark' ihr Ehemann Jim Di Bartolo entworfen.
Quelle: Lovely Books

Ihre Rüstung war matt im Mondlicht, im Laternenlicht, im Feuerschein ihrer Flügel, und die Bewohner der Stadt beäugten sie misstrauisch. O Astrae, wir haben dich zu gut beschützt, wenn wir es sind, vor denen du Angst hast.(S. 440)

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