Rezension: Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten von Laini Taylor


Titel: Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten
Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone
Autorin: Laini Taylor
Seitenanzahl: 496
Verlag: Fischer FJB
Reihe: Zwischen den Welten-Reihe
Reiheninfo:
1. Daughter of Smoke and Bone
(1.5 Night of Cake and Puppets)
2. Days of Blood and Starlight
3. Dreams of Gods and Monsters







Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …
Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht
Quelle: Amazon


Sobald alle Türen gekennzeichnet waren, würde das Ende beginnen.Und beginnen würde es mit Feuer.(S. 79)




Karou ist anders. Und das nicht nur wegen ihrer leuchtend blauen Haaren. Sie hat ihre eigene kleine Familie, doch diese besteht aus Chimären - Wesen die halb Tier, halb Mensch sind. Brimstone ist einer von ihnen. Er ist ein Wunschhändler, der Wünsche gegen Zähne eintauscht und für ihn verrichtet Karou regelmäßig Aufträge: Durch ein Portal kommt sie in alle Ecken der Welt und sammelt Zähne. Doch trotz ihrer kleinen Chimärenfamilie fühlt sich Karou einsam und unvollständig. Sie möchte wissen, wer sie ist. Dabei erfährt sie etwas aus ihrer Vergangenheit, von dem sie nie gedacht hätte, dass es möglich wäre...
Zeitgleich tauchen überall auf der Welt schwarze Handabdrücke auf den Portalen auf und die Menschen berichten von Engelssichtungen. Doch was steckt hinter diesen ins Holz gebrannten Handabdrücken? Als Karou einem gewissen Engel über den Weg läuft, wird sie es schon bald herausfinden.

Karou  weiß selbst nicht so genau, wo sie hingehört, weiß aber, was sie will und nimmt es sich auch. Sie ist keins dieser Mädchen, die sich verstecken und warten, bis für sie getan wurde, was getan werden muss - Karou tut es selbst.
Sie vereint die verschiedensten Kontraste in sich , denn sie ist gleichzeitig stark, aber auch einsam und verletzlich; sie hat eine zarte Seite, kann aber mit dem Schwert umgehen; sie kann Witze reißen und im nächsten Moment wieder ernst und hart sein. Genau das mach sie interessant und lässt sie menschlich und echt wirken. Sie ist nicht auf eine Charaktereigenschaft beschränkt, sondern eine komplexe, vielschichtige und dadurch auch spannende Protagonistin.
Akiva gefällt mir ebenso gut wie Karou. Man kann seinen inneren Kampf gut nachvollziehen und ganz genau nachempfinden, wann seine Gefühle, die er solange weggesperrt hat, wieder zum Vorschein kommen und sein kaltes Inneres wieder auftaut.
Die Szenen mit Akiva und Karou gefallen mir besonders gut. Sobald sie sich näher kommen und Gefühle füreinander entwickeln sind die Abschnitte sehr romantisch, aber ohne kitschig zu sein.

An den Schreibstil muss man sich anfangs ein bisschen gewöhnen, aber sobald ich mich eingelesen habe, habe ich das Buch verschlungen. Die Autorin kann sehr gut mit Worten umgehen und weiß, wie sie sie einsetzten muss, damit der Leser ganz in die Geschichte eintauchen kann und das Gefühl hat, ein Teil der Geschichte zu sein. Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die immer toll eingeleitet werden und somit noch mehr Spannung erzeugen, weil man sich fragt, wie es wohl weitergehen mag.
Die ganze Thematik des Buches hat mich umgehauen - in positiver Weise. Ein Laden, in denen mit Wünschen gehandelt und mit Zähnen gezahlt wird, eine neue Welt in der ein Krieg zwischen Bestien und Engeln tobt und ein Mädchen, dass nicht weiß, wo es hingehört. Hört sich das nicht spannend und außergewöhnlich an? Und genau das ist es auch, spannend, außergewöhnlich und magisch bis zur letzten Seite.

,,Die Schmetterlinge im Bauch.'' Karou seufzte. ,,Weißt du, was ich denke? Ich denke, die Schmetterlinge im Bauch sind immer da, in allen Leuten, die ganze Zeit...'',,Wie Bakterien?'',,Nein, nicht wie Bakterien, wie Schmetterlinge, und manche Schmetterlinge reagieren auf die Schmetterlinge von anderen Leuten, auf einer chemischen Ebene, wie Pheromone, und wenn die Leute sich näherkommen, fangen die Schmetterlinge an zu tanzen. Sie können gar nicht anders, es ist eine chemische Reaktion.''(S. 91)



Eine Geschichte, die mich ab der ersten Seite verzaubern konnte und Charaktere, mit denen es Spaß gemacht hat, unterschiedliche Orte zu besuchen und eine neue Welt zu entdecken. Und auch der Schreibstil konnte mich begeistern. Das Buch ist absolut lesenwert und ich habe eine wichtige Botschaft aus der Geschichte mitgenommen: Hoffnung ist die wahre Magie.
Ich vergebe 5 von 5 Traumtänzerinnen:










,,(...) Und ich habe ein Mädchen gesehen... ein Mädchen mit schwarzen Augen und Haaren wie Lapislazuli und... einer großen Schwermut. Ihre Schwermut war sehr tief, aber sie konnte sich trotzdem innerhalb eines kurzen Augenblicks in Licht verwandeln, und als ich ihr Lächeln gesehen habe, habe ich mich gefragt, wie es wäre sie zum Lächeln zu bringen. Ich dachte... Ich dachte, das wäre die Erfindung des Lächelns. Sie gehörte zum Feind, obwohl ich sie einfach nur ansehen wollte, habe ich getan, wofür ich ausgebildet worden bin: Ich... ich habe sie verletzt. Und als ich nach Hause gekommen bin, konnte ich nicht aufhören an dich zu denken, und ich war so dankbar, dass du dich verteidigt hast. Dass du dich nicht von mir hast töten lassen.'' Dich. Karou entging nicht, wie er das Pronomen wechselte.(S. 254)
Laini Taylor lebt mit Ehemann und Tochter in Portland, Oregon, wo die Familie in einem Haus voller Bücher, Marionetten und Roboter wohnt. Die Autorin arbeitet zudem auch als Illustratorin und gestaltet neben dem Schreiben ihre eigene erfolgreiche Papeterie-Produktlinie 'Laini’s Ladies'. Den Umschlag zu 'Die Elfen von Dreamdark' ihr Ehemann Jim Di Bartolo entworfen.
Quelle: Lovely Books



,,Krieg ist alles, was man uns gelehrt hat, aber es gibt andere Arten zu leben. Wir können sie finden, Akiva. Wir können sie erfinden. Das hier ist der Anfang.''(S. 454)

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