(Rezension) Erwachen des Lichts - Götterleuchten 1 von Jennifer L. Armentrout


Titel: Erwachen des Lichts - Götterleuchten┊Originaltitel: The Return┊Autorin: Jennifer L. Armentrout ┊Verlag: HarperCollins VerlagSeitenanzahl: 432┊ Reihe?: Band 1┊ Erscheinungstermin: 10. Juni 2017┊ ISBN: 978-3959670968 ┊ Meine Wertung: 4/5┊

In der Villa war es so still, wie es in meinem Kopf gewesen wäre, wenn man mich nach meinen Wünschen gefragt hätte.

Eben noch verlief Josies Leben normal. Doch plötzlich taucht ein mysteriöser Typ mit goldenen Augen auf und behauptet, sie sei eine Halbgöttin. Somit ist sie dazu auserkoren, die Unsterblichen des Olymps im Kampf gegen die Titanen zu unterstützen. Um ihre Bestimmung zu erfüllen, muss Josie lernen, ihre Kräfte zu nutzen. Dabei zur Seite steht ihr der impulsive Seth. Bald merkt Josie, dass er ihr gefährlicher werden könnte als die entfesselten Mächte der Unterwelt …
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Seit den Ereignissen, die nun schon ein Jahr zurückliegen, steht Seth im Dienst der Götter - allen voran Apollo. Als Apollyon beseitigt er für sie Feinde und erledigt die Drecksarbeit - wortwörtlich, da er dabei meist sehr brutal und blutig vorgeht. Doch seine neuste Aufgabe ist anders. Im Auftrag von Apollo soll er dessen Tochter Josie beschützen und sicher zum Covenant bringen. Eigentlich hat Seth überhaupt keine Lust den Babysitter zu spielen, doch das ändert sich, sobald er Josie besser kennenlernt. Denn es dauert nicht lange, da findet er gefallen an der jungen Halbgöttin.

Als Josie Seth begegnet dreht sich ihre Welt um 180 Grad. In dem einem Moment glaubt sie noch eine ganz durchschnittliche Psychologie-Studentin zu sein, doch laut Seth ist sie alles andere als normal. Sie ist eine Halbgöttin - Tochter von Apollo - und damit dazu bestimmt, gegen die Titanen zu kämpfen. Ohne Vorwarnung wird Josie in eine Welt geworfen, in der die Götter nicht bloß ferne Mythen sind.

Die Götterleuchten-Reihe ist ein Spin-Off zur Dämonentochter-Reihe und spielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen des letzten Buches dieser Reihe. Vorwissen ist zum Verständnis der Geschichte nicht nötig, man muss also die Dämonentochter-Bücher nicht zwangsläufig gelesen haben. Ich kenne die Reihe auch nicht und bin ohne Probleme klar gekommen. Allerdings wird man stellenweise ziemlich gespoilert und wenn man noch vor hat, die Vorgänger-Reihe zu lesen, sollte man dies besser vor dem Lesen dieser Geschichte tun. Ich habe da natürlich nicht dran gedacht, fand dies allerdings gar nicht so schlimm, da ich jetzt nur noch mehr Lust bekommen habe, die Vorgängergeschichte rund um Alex, Aiden und Seth zu lesen.

Der tolle Weltenaufbau ist ein Hauptgrund, warum ich  die Dämonentochter-Reihe auf jeden Fall noch lesen möchte. Ich möchte unbedingt mehr erfahren über die dem Menschen verborgene Welt voller Götter, Reinblüter, Halbblüter und mytischer Geschöpfe. Zusammen mit Josie wird man in diese unbekannte Welt hineingeworfen, die mitten in der Menschenwelt existiert.
Die Handlung befasst sich zwar mit dem Ende der Dämonentochter-Bücher, ist ansonsten aber eigenständig. Selten liest man in Jugendbüchern über Titanen, meist kommen nur die Götter vor. Umso interessanter und spannender fand ich es, dass es nun um den Kampf gegen diese mächtigen Riesen geht. Schon unmittelbar zu Anfang wird die Gefahr, die Josie droht, deutlich, so dass gleich zu Beginn für Spannung gesorgt wird.
Leider wird die Handlung jedoch immer wieder von der Liebesgeschichte überschattet, die einfach viel zu viel Platz einnimmt. Ich bin ein großer Fan von guten Liebesgeschichen in Jugendbüchern, allerdings nur, solange sie sich gut in die Handlung integrieren und nicht die eigentliche Geschichte beiseite drängen. Hier war allerdings genau dies der Fall. Die aufkeimende Romanze zwischen Josie und Seth war toll - ohne Frage. Die aufbauenden Gefühle zwischen den beiden wirkten authentisch und ehrlich und die Beziehung entwickelte sich in einem gemächlichen und dadurch nachvollziehbaren Tempo. Nur leider hatte ich durch diesen großen Part, den die Liebesgeschichte in diesem Buch einnimmt, manchmal eher das Gefühl New Adult anstatt Fantasy zu lesen. Die vielversprechende Hauptgeschichte, also der Kampf gegen die Titanen und Josies Schicksal als Halbgöttin, hatten dadurch weniger Platz, um sich vollständig zu entfalten. So konnte nicht das ganze Potenzial, das in dieser Geschichte steckt, ausgeschöpft werden - schade. Ich hoffe , dass sich dies in Band 2 ändert, da ich mir wirklich viel von dieser Reihe verspreche.

Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Josie und Seth. Beide Protagonisten haben mir sowohl jeder für sich als auch zusammen wirklich gut gefallen.
Josie wirkt durch ihre verpeilte Art sehr menschlich und authentisch. Wenn sie nervös ist, fängt sie schnell an zu plappern und unsinniges Zeug zu reden. Das hat sie mir gleich sympathisch gemacht. Sie hat aber auch eine schlagfertige Seite und scheut auch nicht davor zurück, den Mund aufzumachen. So kommt es zu einigen lustigen Auseinandersetzungen zwischen ihr und Seth, denn die beiden sind nur selten einer Meinung.
Seth scheint in seiner Vergangenheit festzustecken. Er hat zwar die typische Bad-Boy-Ausstrahlung, jedoch ohne die dazugehörende Arroganz und Selbstverliebtheit, was ganz angenehm war. Vielmehr scheint er in seinen Schuldgefühlen zu ertrinken und kann die Ereignisse der letzten Jahre nicht loslassen. Josie jedoch sieht mehr in ihm als den mächtigen Apollyon mit den Elementarkräften und in seiner Aufgabe, sie zu beschützen, findet er wieder einen Sinn in seinem Dasein, der über das reine Abschlachten von Feinden der Götter hinausgeht. Innerhalb der Geschichte merkt man immer mehr, wie selbstlos Seth eigentlich ist und das er gar nicht so hart ist, wie er immer tut.

Zum Ende hin passiert schließlich alles Schlag auf Schlag und es wird wirklich spannend. Dort hat sich auch nochmals gezeigt, wie viel Potenzial in der Geschichte steckt. Ich hoffe wirklich, dass Jennifer L. Armentrout dieses Potenzial in Band 2 endlich völlig ausschöpft und mich dann so mit dieser neuen Reihe begeistern kann, wie ich es eigentlich von ihr gewohnt bin. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte ist gut, aber von Jennifer L. Armentrout bin ich eben nur das Beste gewohnt. Da sind meine Ansprüche schon ziemlich hoch.

Die Idee hinter Erwachen des Lichts hat viel Potenzial, das leider noch nicht ganz ausgeschöpft wurde. Die Liebesgeschichte nimmt viel zu viel Platz ein und verdrängt so die eigentliche Handlung. Trotzdem bleibt es spannend und auch die Charaktere konnten mich von sich überzeugen. Alles in allem ein gelungener wenn auch für Jennifer L. Armentrout-Verhältnisse etwas schwächerer Auftakt. Von mir gibt es 4 von 5 Traumtänzerinnen:

Götterleuchten-Reihe:
1. Erwachen des Lichts 
2. Im leuchtenden Sturm
3. Glanz der Dämmerung

Jennifer L. Armentrout ist eine US-amerikanische Autorin, die 1980 in West Virginia geboren wurde und heute mit ihrem Ehemann und ihrem Hund Loki zusammen lebt. Der Wunsch, Autorin zu werden, entstand in den Mathestunden ihrer Schulzeit, als sie anfing Kurzgeschichten zu schreiben, anstatt zu rechnen. Heute ist sie eine bekannte Jugendbuch- und Fantasyautorin, die es mit einigen Romanen auf die New-Yorker-Bestseller-Liste schaffte.
Quelle: Lovelybooks

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